Heimat?

Melanie Pongratz

Melanie Pongratz hat über ihren Vater Wurzeln nach Seiburg. Normalerweise bloggt sie das was sie bewegt unter www.herzensfreundinnen.de. Unter den Eindrücken des Seiburger Treffens in Bad Kissingen stellt sie sich die Frage nach “Heimat”:

Gerade sitze ich in Bad Kissingen in einem Hof direkt am Feld mit minimalstem Internet. Klarer Fall: das dreijährige Dorftreffen von Papa ist gestartet. Er ist ein Siebenbürger Sachse, also gehört einer deutschsprachigen Minderheit aus Rumänien an. Die sind inzwischen aber alle seit Jahrzehnten in Deutschland, aber eins bleibt: die Frage nach Heimat.

Inmitten von viel superleckerem Essen (…an Knoblauch & Zwiebeln wurde definitiv nicht gespart), Pali (der klassische Schnaps), traditioneller Musik & Polka, darf ich den unterschiedlichsten Gesprächen lauschen, über den heimatlichen Dialekt staunen und über die vielen lustigen und ulkigen Eigenschaften meiner entferntesten Verwandten schmunzeln.Was mir früher kaum aufgefallen ist oder ich kaum zu schätzen gewusst habe, hat sich mittlerweile zu wertvollen Traditionen entwickelt, die ich tief in mein Herz schreibe, mit dem Wissen, dass es aussterbende Generationen sind, die diese Traditionen weitertragen. Aber so schön fühlen die sich an. Einfach nach Heimat. Zuhause. Außergewöhnliche Gewohnheit.

Was ist Heimat? Für die mich umringenden Siebenbürger Sachsen schwer zu definieren. Einige fühlen sich tatsächlich heimatlos. Denn viele Erinnerungen lassen ihr Geburtsdorf in Rumänien noch Herzensheimat sein. Aber Zuhause ist doch irgendwie Deutschland.

Wo ist Heimat? Für mich als kleinen Kulturenmischling definitiv Deutschland, aber irgendwie auch die kulturträchtige Tradition. Volksmusik. Frischgebackene Baumstritzel und Siebenbürger Dialekt.

Wo ist Heimat? Für uns als Christen eigentlich noch gar nirgendwo auf dieser Welt. Nicht die Tradition. Nicht unser Geburtsort. Nicht einmal unser Geburtsland. Sondern dort, wo vieles, was uns heute noch stresst und Sorgen bereitet, irgendwann einmal keine Rolle mehr spielt.

Unsere Heimat ist da, wo Jesus ist.

Herzlich liebe Grüße an euch,
Melli

Îitscheren

Zum Seiburger Treffen hat Erich Guist einige seiner legendären “Îitscheren” aufgeführt. Eine Darbietung zwischen Gedichtlein und Liedchen, das mit dem Seiburger Dialekt spielt. In ihrer Kombination ergeben die Laute einen sächsischen Klangteppich, der in dieser Form einmalig sein dürfte. Die Seiburger hatten schon bei den Proben eine Menge Spaß und die Zuhörer waren begeistert. Alleine wegen der leidenschaftlichen Dynamik von Erich ist das Video sehenswert. Man achte auf den Dirigentenstab 😉

Bilder vom Seiburger Treffen 2018 – Freitag

Viele von uns reisten schon am Freitag an, um das kurze Wochenende zu verlängern und das leckere Essen zu genießen. Bei Mici, Vinete, Grieben, Kaiserfleisch, Baumstriezel, Hanklich und weiteren Köstlichkeiten wurde es ein langer Abend mit vielen guten Gesprächen.

Seiburger Treffen 2018

Etwa 180 Teilnehmer zählte das diesjährige Seiburger Treffen. So viele, dass die Stufen vor dem Heiligenhof in Bad Kissingen nicht ausreichten, um alle auf ein Gruppenfoto zu bekommen. Vom Freitag den 15. bis Sonntag den 17. Juni 2018 fanden sich die Seiburger in ihrem dreijährigen Turnus zusammen. Mit einem reichhaltigen kurzweiligen Programm, gutem Essen und vielen Gesprächen war es wieder einmal ein gelungenes Treffen. Zu jeder Zeit und in allen Aktionen war der Zusammenhalt und die Gemeinschaft der Seiburger spürbar. Obwohl sich viele nur alle drei Jahre sehen und manche sich sogar das erste mal nach 20 Jahren wiedergesehen haben, stellt sich auf Basis der gemeinsam erlebten Vergangenheit sofort eine Vertrautheit und Verbundenheit ein. Nach dem Wochenende waren sich alle einig, dass die drei Tage viel zu schnell vergangen waren.


Bilder vom Freitag

Bilder vom Samstag

Bilder vom Sonntag

Tanz “Reklich Med” (Video)

Îitscheren (Video)

Tanz “Sternenpolka” (Video)

Seiburger Tassen

Hallo liebe Seiburger und Freunde Seiburgs,

was wäre, wenn jeder Tag mit einer Erinnerung an die Heimat beginnt? Zum diesjährigen Seiburger Treffen wird eine Auflage von 100 Kaffeetassen mit der Seiburger Kirche und dem Wappen Siebenbürgens produziert, die jeden Tag mit dem beginnen lassen, was uns wichtig ist – unserer Herkunft. Zum Selbstkostenpreis von 7 € könnt ihr sie dort erwerben. Auch als Geschenk für einen Heimatverbundenen macht sich diese Tasse sehr gut.

Hier schon mal Abbildungen der Tasse, um die Vorfreude zu wecken ;).


Ein besonderer Dank gilt Hartmut Boltenburg, der die Idee zu dieser Aktion hatte und sie auch umgesetzt hat.

Lieder zum Seiburger Treffen 2018

Liebe Seiburger und Freunde,

das Treffen rückt immer näher. Damit wir wie in den vergangenen Jahren wieder zusammen singen können, habe ich einige Lieder zusammengestellt. Da die Zeit zum Üben immer sehr kurz ist, könnt ihr Euch die Noten für Eure Stimme schon mal anschauen und schon mal etwas einüben.

Wir werden 2 Lieder mehrstimmig singen:

  • Irischer Segen
  • Zum Sanctus

Von den anderen Lieder können wir noch das eine oder andere auswählen und einstimmig singen.

Ihr findet die Lieder in folgendem Dropbox-Ordner

Ich freue mich schon auf das Treffen

Liebe Grüße

Roswitha

Anmeldeformular zum Seiburger Treffen 2018

Hier noch ein kleiner Nachtrag für die Anmeldung zum Seiburger Treffen 2018. Vom Heiligenhof gibt es ein Anmeldeformular, dass ihr Euch unter dem Nachfolgenden Link downloaden könnt:

Bitte Formular ausgefüllt per Post, per Mail oder per Fax an den Heiligenhof schicken (Adresse siehe Formular).

Informationen und Anmeldung zum Seiburger Treffen 2018!!!

Zeit und Ort

Das Seiburger Treffen findet vom 15.-17.06.2018 am Heiligenhof in Bad Kissingen statt.

Organisatorische Änderungen

Eure Rückmeldungen vom letzten Treffen haben wir bedacht und für das nächste Treffen folgende Änderungen vorgenommen.

  1. Aufgrund des Essens war das letzte Mal wenig Zeit für persönliche Gespräche. Damit in Zukunft mehr Zeit zur Verfügung steht, werden wir sowohl am Samstag als auch am Sonntag einen Brunch anbieten, also ein verlängertes Frühstück bis in die Mittagszeit. So kann jeder selbst entscheiden, wann er essen möchte.
  2. Am Samstagabend gibt es ein Festbuffet, das bis zum Ende der Abendunterhaltung zur Verfügung steht.

Kosten

Die Kosten für die Unterkunft und das Essen werden sich auf ca. 100 € pro Person belaufen. Kinder bis 3 Jahre sind frei, von 3 bis 12 Jahre zahlen sie die Hälfte.

Anmeldung

Wie auch beim letzten Mal, könnt ihr euch bereits jetzt direkt verbindlich beim Heiligenhof in Bad Kissingen für das Treffen anmelden. Meldet euch bitte schriftlich an (E-Mail, Fax oder postalisch), um auch eine Rückmeldung zu erhalten! (Sollte keine Rückmeldung erfolgen, bitte nachfragen.)

Der Heiligenhof
Alte Euerdorfer Straße 1
97688 Bad Kissingen
Tel.: +49 971 / 7147-0
Fax.: +49 971 / 7147-47
E-Mail: info@heiligenhof.de

Anmeldeformular Heiligenhof: Download

Bis zum 31.März sind die Plätze für uns reserviert; daher bitte rechtzeitig anmelden! Frühzeitige Anmelder haben auch die größere Zimmerauswahl.

Wichtiger Hinweis!!!: Nach der Anmeldung beim Heiligenhof, ist es für unsere Planung notwendig, dass ihr euch ebenfalls kurz telefonisch oder per E-Mail auch bei Hans und Brigitte Opatzki (Tel.: 02262 / 690022, E-Mail: h.b.opatzki@web.de) meldet. Der Heiligenhof darf aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht alle Informationen weitergeben.

Ein besonderer Aufruf ergeht an jene Seiburger die noch nicht oder nur selten auf den Treffen waren. Wir vermissen Euch sehr. In vielen Gesprächen häufen sich die Fragen wie es dem einen oder der anderen geht, den man schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Wir werden alle nicht jünger und wer weiß wieviel Gelegenheiten sich noch bieten.

Ein gesonderte schriftliche Einladung wird noch an alle, von denen wir die aktuellen Anschriften haben, versendet.

Neue Anschriften, erfolgte Umzüge oder sonstige Veränderungen (Namensänderungen, Sterbefälle etc.) bitte auch melden, damit wir möglichst viele von unseren Landsleuten erreichen können.

Wir freuen uns schon jetzt auf ein zahlreiches Wiedersehen!

Alles Gute für das Neue Jahr 2018 wünscht allen

Euer Vorstand

Die Web-Cam auf der Seiburger Kirche – Eine Geschichte mit Hindernissen

Seit Oktober 2017 sendet sie im 5-Minuten-Takt Bilder in die Welt. Die Kamera auf der Seiburger Kirche schickt uns eine Ansicht auf die Hauptstraße Richtung Rathaus.

Die Idee ist spontan auf einer Geburtstagsfeier im Jahr 2014 entstanden. Anneliese Arz plant mit ihrem Lebensgefährten Hartmut Boltenburg gemeinsam mit den Eltern eine Woche nach Seiburg zu fahren, und dort eine Kamera auf dem Kirchturm zu installieren. Andreas Arz war in besonderer Weise mit ‚seiner‘ Kirche verbunden. In der Kugel auf der Turmspitze gibt es ein Dokument mit den Namen der Personen, die an der letzten Renovierung des Daches beteiligt waren. Er konnte den Urlaub leider nicht mehr erleben, da er erkrankte und verstarb.

Mehr als zwei Jahre später nahmen Anneliese, ihr Mutter, Hartmut, sowie Elfriede und Jürgen Ludwig das Treffen in Hermannstadt zum Anlass, die Idee doch noch umzusetzen. Da die Gruppe nicht selbst am Treffen in Seiburg teilnehmen konnte, gaben sie die Ausstattung Hans Georg Ziegler (alias “Sturz”) mit auf den Weg. Hans Opatzki und Felix Ott montierten Kamera und Modem im Kirchturm und es geschah … nichts. Der Empfang im Kirchturm war zu schwach. Also wurde das Modem wieder nach Deutschland zurückgebracht und in der Werkstatt von Hartmut Boltenhagen “aufgerüstet”.

Im zweiten Anlauf mussten Hartmut und Jürgen, die sich erneut nach Seiburg aufmachten, feststellen, dass ihnen das Kabel, dass im Kirchturm verlegt war, zerfetzt entgegen baumelte. Außerdem gab es in der Kirche keinen Strom mehr. Ohne Kabel und spezielles Handwerkszeug konnten sie nur den Weg nach Kronstadt antreten, um Material und Werkzeug zu besorgen. Gleichzeitig hat sich Frau Meindt darum gekümmert, dass die Sicherung in der Kirche “geflickt” wurde. Erneut vor Ort zeigte sich, dass es geschickter wäre, das Modem im Uhrenraum zu montieren. Dort gab es aber keinen Strom. Also erneuter Aufbruch. Diesmal ins nahe gelegene Reps, um Stromkabel, Stecker und Kupplung zu besorgen. Nach 11 Stunden Einsatz war es dann geschafft. Die Kamera lief.

Damit wird die Geschichte wahrscheinlich noch nicht zu Ende sein. Die Kamera kann noch besser montiert werden, so dass sie schwenkbar ist. Ebenso ist ein noch größerer Bildausschnitt möglich. Ebenso könnte ein Taster installiert werden, mit dem das System nach einem Ausfall vor Ort neu gestartet werden kann.

Ein besonderer Dank gilt Hartmut Boltenburg, der die Kamera und das Modem gesponsort hat, sowie Jürgen Ludwig, der die SIM-Karte besorgt hat und die laufenden Kosten dafür trägt. Beide haben trotz der Rückschläge und widrigen Umstände nicht aufgegeben bis die Kamera die ersten Bilder gesendet hat.

Die beiden haben damit viele Seiburger in Deutschland glücklich gemacht, die ihre Freude daran haben, regelmäßig einen Blick auf den Heimatort werfen zu können. Die Zugriffsstatistik auf die Seite mit dem WebCam-Bild bestätigt dies. Von Oktober bis Dezember wurde die Seite über 2000 mal aufgerufen.