Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl 2016

AbzeichenDinkelsbuehl2016

Es ist ein kühler Sonntagmorgen. Die App auf dem Smartphone zeigt „Dinkelsbühl 10 ° bewölkt“. Eine Gruppe von 20 Seiburgern reiht sich ein in die unendliche Aufstellung des Umzugs zum traditionellen Heimattag der Siebenbürger Sachsen am Pfingstwochenende 2016 in Dinkelsbühl. Der Wind bläst die kalte Luft durch die feinen Stickereien auf die blanke Haut. Einst gestickt von geschickten Händen in einer wärmeren Gegend. Ein in Fachwerk getränkter Ort in Mittelfranken gibt den Sachsen und Seiburgern jedes Jahr das Gefühl „Ich gehör dazu!“

Einige Seiburger sind noch übernächtigt von der ausgelassenen Feier im Festzelt am Vortag. Die Ungeduld ist in den Gesichtern der Teilnehmer zu lesen. Erlösung schafft die Wolkersdorfer Blaskapelle, die nach dem Einblasen ihrer Hörner ihr erstes Stück anstimmt. Reflexartig beginnen die Umstehenden zu tanzen und vertreiben die Kälte aus ihren Gliedern. Dann setzt sich der Strom auch schon in Bewegung und fließt wie jedes Jahr durch das Rothenburg Tor über das Kopfsteinpflaster der Dinkelsbühler Gassen.

Die Stadt gehört an diesem Tag den Siebenbürgern. Blau-rot verdrängt den Flaggenschmuck aus deutsch, bayrisch und fränkisch an den Häusern. Das Weiß der Trachten herrscht in jedem Winkel des Ortes vor. Immer wieder sprechen sich Menschen unsicher an, um sich dann in den Armen zu liegen, weil sie sich 20 oder gar 30 Jahre nicht mehr gesehen haben.

Am Nachmittag trifft sich das Seiburger Grüppchen mit jenen, die es nicht zum Umzug geschafft hatten im Steakhouse. Wie selbstverständlich wird sächsisch gesprochen. Heute hier in Dinkelsbühl die Heimatsprache.

Gegen Abend ziehen sich die meisten zurück, um sich noch einmal für den Tanz im Festzelt zu rüsten. Andere haben Dinkelsbühl nur einen Kurzbesuch abgestattet und brechen bereits wieder auf.

Ja, wir Seiburger gehörten auch wieder dazu und Du im nächsten Jahr hoffentlich auch.

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