{"id":467,"date":"2014-12-31T16:50:54","date_gmt":"2014-12-31T16:50:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seiburg.de\/wp\/?page_id=467"},"modified":"2014-12-31T17:55:47","modified_gmt":"2014-12-31T17:55:47","slug":"das-kirchenjahr","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seiburg.de\/?page_id=467","title":{"rendered":"Das Kirchenjahr"},"content":{"rendered":"<h3>Silvester<\/h3>\n<p>Silvester war wohl haupts\u00e4chlich ein Fest der Jugend. Man begann es in der Regel mit Bratwurst und Sauerkraut und mit Tee mit Rum. Um Mitternacht l\u00e4uteten die Kirchenglocken und danach wurde das neue Jahr mit Blasmusik vor der Schule begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<h3>Neujahr<\/h3>\n<p>Am Neujahrsmorgen, beim ersten l\u00e4uten zum Hauptgottesdienst, versammelten sich die kirchlichen W\u00fcrdentr\u00e4ger vor dem Pfarrhof. Gemeinsam gingen sie zum Herrn Pfarrer und w\u00fcnschten ihm im Namen der Gemeinde ein gesegnetes neues Jahr.<\/p>\n<p>Auch die Amtsknechte mit den beiden Schaffnern gingen am Neujahrsmorgen, sonntglich gekleidet und mit dem Kirchenpelz, zum Herrn Pfarrer und \u00fcberbrachten die guten W\u00fcnsche der Bruder- und Schwesternschaft f\u00fcr das neue Jahr.<\/p>\n<p>Die Kinder und die Jugend gingen zu allen Freunden und Bekannten, um ein gutes Jahr zu w\u00fcnschen. Dazu hatten sie Gedichte und Spr\u00fcche gelernt.<\/p>\n<p>Am Abend des Neujahrstages wurde der sogenannte &#8222;Teeabend&#8220; vom Frauenverein veranstaltet, zu dem au\u00dfer den Musikanten und dem Herrn Pfarrer kein Mann Zutritt hatte. An diesem Abend wurde Tee getrunken und Krapfen gegessen.<\/p>\n<p>Am 5. Januar fand immer der Kinderball statt und zwar am Abend. Da holten sich die Jungen von den M\u00e4dchen Papierblumenstr\u00e4u\u00dfchen. Der Kinderball endete um Mitternacht.<\/p>\n<p>Am 6. Januar hatte die Jugend ihren Tanz. Dieser dauerte bis in der Fr\u00fch.<\/p>\n<h3>Fasching<\/h3>\n<p>In der Woche vor dem Aschermittwoch begann der Fasching in Seiburg. Schon am Sonntag Abend tanzte die Jugend von 20 Uhr bis 2 Uhr in der Fr\u00fch und ebenso am Montag, denn das war der eigentliche Tag der Jugend. Da war Tanz von 14 bis 16 Uhr, dann ging man nach Hause essen und um 20 Uhr ging es wieder weiter bis in die fr\u00fchen Morgenstunden.<\/p>\n<h3>Richttag<\/h3>\n<p>Am Richttag, an einem Dienstag in der Faschingszeit, trafen sich alle M\u00e4nner einer Nachbarschaft bei ihrem \u00e4lteren Nachbarvater. Auf einem Tisch stand die Nachbarschaftslade, neben dem Tisch warteten die beiden Nachbarv\u00e4ter. Die Nachbarschaftslade ist das Herzst\u00fcck jeder Nachbarschaft. In ihr befinden sich die Statuten mit den geschriebenen Rechten und Pflichten der Mitglieder, andere wertvolle Papiere und das Nachbarschaftszeichen. Diese Lade also wurde zum angegebenen Zeitpunkt ge\u00f6ffnet und zeigte damit den Beginn des Richttages an.<\/p>\n<p>Der \u00e4ltere Nachbarvater verla\u00df nun den Jahresbericht und stellte die Anwesenheit aller Mitglieder fest. Sodann hielt er eine kurze Ansprache \u00fcber den Verlauf des vergangenen Jahres und gab die Jahresabrechnung bekannt. Darauf traten die beiden Nachbarv\u00e4ter ab und gingen hinaus. In ihrer Abwesenheit wurde nun \u00fcber sie Gericht gehalten, ob sie irgenwie gefehlt h\u00e4tten. Dann wurden sie wieder herein geholt und hatten sie sich strafbar gemacht, dann mu\u00dften sie das Doppelte von dem bezahlen, was einem gew\u00f6hnlichen Mitglied der Nachbarschaft bemessen worden w\u00e4re. Darauf begannen im allgemeinen die Vorbringungen und Besprechungen. Jeder, der im abgelaufenen Jahr gegen die Nachbarschaft oder gegen einen von ihr versto\u00dfen hatte, mu\u00dfte sich daf\u00fcr verantworten und eventuell Strafe zahlen. Wer sich der Ordnung nicht f\u00fcgte, wurde ausgeschlossen; das kam aber selten vor.<\/p>\n<p>Die Nachbarmutter hatte bereits frisches Brot gebacken und dieses wurde jetzt mit Wein und Schnaps serviert. Abend kamen die Frauen ins Haus des j\u00fcngeren Nachbarvaters und berieten dort \u00fcber die Vorbereitungen f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag. Am n\u00e4chsten Tag wurde n\u00e4mlich der Fasching gefeiert.<\/p>\n<p>Alle Teilnehmer fanden sich um 9 Uhr fr\u00fch beim \u00e4lteren Nachbarvater ein. Man war maskiert und fuhr mit dem Schlitten oder dem Wagen von einer Nachbarschaft zur anderen auf Besuch. Am Abend kamen alle Nachbarschaften im Gemeindesaal zusammen, wo der traditionelle Faschingsball stattfand. Der Tanz und die Unterhaltung dauerten die ganze Nacht, bis in die Morgenstunden.<\/p>\n<p>Damit war der Fasching in Seiburg zu Ende.<\/p>\n<h3>Ostern<\/h3>\n<p>Am l. Ostertag verk\u00fcndete um 6 Uhr in der Fr\u00fch die Musikkapelle vor der Kirche aus das Osterfest. Um 11 Uhr fand der Ostergottesdienst statt.<\/p>\n<p>Am 2. Ostertag erfolgte das sogenannte Spritzen. Die M\u00e4dchen gingen in der Fr\u00fch mit Parfumfl\u00e4schchen, mit selbstangesetzten Duftw\u00e4sserchen oder nur mit einfachem Wasser zu den Burschen ihrer Klasse und bespritzten sie. Am Abend dieses Tages wurde meistens ein Theaterstck im Gemeindesaal aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Am 3. Tag ging das Spritzen aber erst richtig los, jetzt ging die m\u00e4nnliche Jugend. Dabei wurde ab und zu ein M\u00e4dchen so stark bespritzt, dass es beinahe wie gebadet aussah. Am Nachmittag traf sich dann die Jugend, wobei die M\u00e4dchen, gleichsam als Dank f\u00fcr das Bespritzen, Geb\u00e4ck mitbrachten. Man blieb bis zum Abend beisammen.<\/p>\n<h3>Pfingsten<\/h3>\n<p>Schon zwei Wochen vor dem Fest begannen die Vorbereitungen. Die Burschen gingen in den Wald und sammelten Immergr\u00fcn. Ein oder zwei Tage vor Pfingsten wurden die Immergr\u00fcnkr\u00e4nze gebunden und am Pfingstsamstag am sp\u00e4ten Abend oder in der Nacht von den Burschen ausgetragen, d.h. sie warfen sie auf die Fensterbretter, aufs Dach oder nur \u00fcbers Tor der H\u00e4user, in denen M\u00e4dchen wohnten.<\/p>\n<p>In der Fr\u00fch sammelte man die Kr\u00e4nze in den H\u00e4usern und h\u00e4ngte sie in die stra\u00dfenseitigen Fenster &#8211; denn schlielich konnte man daran ja die Beliebtheit der Haust\u00f6chter ablesen -, wo sie bis nach den Feiertagen blieben.<\/p>\n<p>Heiratsf\u00e4hige Burschen pflegten aber einen ganz besonders gef\u00e4hrlichen Brauch, der daher bei den M\u00e4dchen begehrt war: das Maienaufschlagen. Am Seiburger Hattert gab es nur sehr wenige Birken, die besonders beh\u00fctet wurden. Die Burschen begaben sich daher im Schutz der dunklen Nacht in ein Nachbardorf und schnitten dort unter gro\u00dfer Gefahr Birken um, die dann heimlich und ohne Aufsehens mit einem Pferdegespann nach Hause bef\u00f6rdert wurden. Die Birken, die bis zu 10 m hoch waren, wurden vor das Haus der jeweiligen Angebeteten gestellt. War ein Bursch verlobt, stellte er die sch\u00f6nste Birke vor das Haus seiner Braut, geschm\u00fcckt mit einem Kranz Immergr\u00fcn und einer Pfingstrose.<\/p>\n<h4>Pfingstsonntag<\/h4>\n<p>Pfingstsonntag Morgen bewunderte dann das ganze Dorf die Kr\u00e4nze und Birken, die auch manchmal Anla\u00df zum Tuscheln und R\u00e4tselraten gaben. Wie freuten sich die M\u00e4dchen, die viele Kr\u00e4nze an ihrem Vaterhaus fanden und wie viele T\u00e4rnen m\u00f6gen da wohl geflossen sein, bei jenen, die leer ausgegangen waren.<\/p>\n<h4>2.Pfingsttag<\/h4>\n<p>Am 2.Pfingsttag lud die Schwesternschaft zum Dank f\u00fcr Kr\u00e4nze und Birken die Burschen ein und bewirtete sie mit Lik\u00f6r, Hanklich und manchmal auch mit Kaffee.<\/p>\n<h4>3.Pfingsttag<\/h4>\n<p>Am 3.Pfingsttag fand in Seiburg das Waldfest statt, der sogenannte Gregori: Nachmittags um 13 Uhr ging oder fuhr die ganze Gemeinde in einen nahegelegenen Eichenwald. Dort spielte die Musik auf und Kinder und Jugend tanzten, sangen und spielten, bis gegen Abend alle wieder nach Hause gingen.<\/p>\n<h3>Peter und Paul oder das Kronenfest<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wilhelm-roth.de\/Versc\/96_Seiburg.htm\" target=\"_blank\">Dokumentation des Seiburger Kronenfestes von Wilhelm Roth<\/a><\/p>\n<p>Eines der sch\u00f6nsten Feste unserer Gemeinde war das Kronenfest.\u00a0Schon Tage vor dem eigentlichen Fest wurde im Wald ein Baum bestimmt, den die Bruderschaft zu f\u00e4llen, zu entrinden und aus des Forst in den Schulhof zu transportieren hatte. Dort wurde der meist zwischen 10 und 15 Meter hohe Stamm aufgestellt und an seinem oberen Ende ein altes, gro\u00dfes Wagenrad aufgesteckt, auf dem die Krone befestigt werden sollte.\u00a0Einen Tag vor Peter und Paul sammelten die M\u00e4dchen Feld- und Gartenblumen, Immergr\u00fcn und Korn\u00e4hren. Am Nachmittag wurde die Krone gebunden und das Kronenholz im Schulhof aufgestellt, in den letzten Jahren im Kirchhof.\u00a0Am 29.Juni, zeitig in der Fr\u00fch, wurde die Krone von einem der Amtskechte in einem Kornfeld versteckt. Um 1 Uhr nachmittags versammelten sich die Burschen, alle zu Pferd, am Ausgang des Dorfes, um die Krone zu suchen. War sie gefunden, \u00fcbernahm sie der Altknecht und geschlossen ritt man zum Dorf.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Kronenfest2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-375 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Kronenfest2.jpg\" alt=\"Kronenfest2\" width=\"487\" height=\"314\" srcset=\"https:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Kronenfest2.jpg 487w, https:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Kronenfest2-300x193.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #53a1b8;\">Einritt in das Dorf mit der Krone<\/span><\/p>\n<p>Bei der M\u00fchle (Dorfeingang) wurde die Burschenschaft von der Gemeinde, alt und jung, der Schwesternschaft, auch in Tracht, und von den Knechtv\u00e4tern erwartet. Nun zog man in festgelegter Ordnung ins Dorf zum Schulhof<\/p>\n<p>Im Schulhof angekomen, stellten sich die Kinder in einen Kreis um das Kronenholz, dahinter die M\u00e4dchen und mit etwas Abstand die Burschen mit ihren Pferden. Der Kurator begr\u00fc\u00dfte nun die Gemeinde mit einer kurzen Ansprache. Daraufhin \u00fcbernahm der Wortknecht oder ein anderer Bursch die Krone und stieg \u00fcber die vorbereitete Leiter das Kronenholz hoch, setzte die Krone auf das Rad auf und hielt nun von luftiger H\u00f6he aus eine humorige Ansprache, wobei er D\u00f6rrobst oder Bonbons f\u00fcr die Kinder herunter warf.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Kronenfest1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-374 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Kronenfest1.jpg\" alt=\"Kronenfest1\" width=\"340\" height=\"499\" srcset=\"https:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Kronenfest1.jpg 340w, https:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Kronenfest1-204x300.jpg 204w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #53a1b8;\">Aufsetzen der Krone auf das Kronenholz<\/span><\/p>\n<p>Nach dieser Rede sang die Gemeinde ein Lied und gew\u00f6hnlich sprach nun auch noch der Pfarrer oder manchmal der Lehrer \u00fcber die Entstehung des Brauches des Kronenfestes.<\/p>\n<p>Das Singen des Siebenb\u00fcrger-Liedes schlo\u00df diese Feier. Die Burschen ritten nach Hause, versorgten die Pferde und kamen wieder zur\u00fcck zum Tanz um die Krone, der bis zum Abend dauerte.<\/p>\n<h3>Erntedank<\/h3>\n<p>Im Herbst, meist im September bedankte man sich f\u00fcr das vergangene fruchtbare Jahr mit seinem reichen Segen an Fr\u00fcchten und Getreide durch einen Dankgottesdienst mit besonders sch\u00f6n geschm\u00fccktem Kirchenraum.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Sonntagmorgen brachte man Fr\u00fcchte und \u00c4hren, zwei sch\u00f6n gebundene Kr\u00e4nze, einer aus goldgelben Korn\u00e4hren und einer aus reifem Hafer, und schm\u00fcckte damit die Kirche. Die Kr\u00e4nze wurden im vorderen Teil des Kirchenraumes aufgeh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Zum Dank f\u00fcr die Ernte, nahm die Gemeinde bei diesem Gottesdienst das Abendmahl. Davor fand eine Vers\u00f6hnung zwischen Eheleuten, Eltern und Kindern, Nachbarn und Verwandten statt.<\/p>\n<h3>Spinnstube<\/h3>\n<p>Im Herbst wurde die Schwesternschaft in drei Gruppen (junge, mittlere und \u00e4ltere) aufgeteilt. Diese Gruppen trafen sich den ganzen Winter \u00fcber jeden Abend um zu spinnen. Zweimal in der Woche wurde f\u00fcr die konfirmierte Jugend eine Abendschule gehalten, aber anschlie\u00dfend ging es noch in die Spinnstube. Freitag und Sonntag wurde nicht gesponnen, aber gestrickt, gen\u00e4ht und geh\u00e4kelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Spinnrad.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-389 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Spinnrad.jpg\" alt=\"Spinnrad\" width=\"640\" height=\"451\" srcset=\"https:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Spinnrad.jpg 640w, https:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Spinnrad-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><br \/>\n<span style=\"color: #53a1b8;\">Zubeh\u00f6r f\u00fcr Hanfbearbeitung und Spinnen<\/span><\/p>\n<p>Die Spinnstube war nicht nur eine Einrichtung f\u00fcr die Schwesternschaft, auch die Burschen besuchten sie gerne. Sie unterhielten sich dort mit den M\u00e4dchen oder spielten miteinander Karten. \u00dcberhaupt war die Unterhaltung ein gro\u00dfer Bestandteil dieser Winterabende. Es wurden Witze erz\u00e4hlt, viel gelacht, Tagesereignisse besprochen, vor allem aber wurde viel gesungen. Dies ist vielleicht auch ein Grund daf\u00fcr, da\u00df sich der siebenb\u00fcrgische Liederschatz so gut erhalten hat.<\/p>\n<p>Wenn in der Spinnstube eine Spindel oder eine Stricknadel zu Boden fiel und ein Bursche schneller war mit dem Aufheben der Nadel, dann gab er sie oft erst zur\u00fcck, wenn er daf\u00fcr einen Ku\u00df bekam. Manchmal gab es aber daf\u00fcr auch eine Ohrfeige. Dieses M\u00e4dchen mu\u00dfte sich dann aber in Zukunft ihre Nadeln selbst aufheben.<\/p>\n<p>Samstag und Sonntag endeten die Abende meist noch nicht nach getaner Arbeit um 22 Uhr, sondern es schlossen sich noch Gemeinschaftsspiele oder Brettspiele an.<\/p>\n<h3>Advent und Weihnachten<\/h3>\n<p>Mit des ersten Adventsonntag beginnt die Vorweihnachts- oder Adventzeit, und damit begannen auch die Vorbereitungen f\u00fcr das sch\u00f6nste Fest des Jahres, das Weihnachtsfest.<\/p>\n<p>Zweimal pro Woche, im Religionsunterricht, lernten die Kinder Lieder und Gedichte, oft auch ein Krippenspiel f\u00fcr den Weihnachtsabend. In der Kirche hing w\u00e4hrend dieser Zeit ein Adventkranz mit den vier Kerzen. Diesen Adventkranz gab es in Seiburg aber erst seit dem Jahre 1930.<\/p>\n<p>In der Gemeinde Seiburg gab es auch den Brauch des Leuchtersingens. Vier Schuljungen \u00fcbernahmen jeder einen Leuchter. Die Jungen gingen von Klasse zu Klasse und w\u00e4hlten der Reihe nach die Schulkinder zu ihrer Gruppe, bis jedes Kind zu einer Leuchtergruppe geh\u00f6rte. Das Schm\u00fccken der Leuchter erfolgte jedes Jahr neu, und immer war es das Bestreben der Gruppe, ihren Leuchter besonders sch\u00f6n zu gestalten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Weihnachtsbeleuchtung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-392 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Weihnachtsbeleuchtung.jpg\" alt=\"Weihnachtsbeleuchtung\" width=\"409\" height=\"298\" srcset=\"https:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Weihnachtsbeleuchtung.jpg 409w, https:\/\/www.seiburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Weihnachtsbeleuchtung-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 409px) 100vw, 409px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #53a1b8;\">Weihnachtsleuchter<\/span><\/p>\n<p>Zwei Wochen vor Weihnachten wurden in der Gemeinde Lebensmittel f\u00fcr das Backen gesaumelt. Es f\u00fchrten dies die M\u00e4dchen der letzten Klasse durch. Sp\u00e4ter bucken dann die im Ausschuss vertretenen Frauen des Frauenvereines im Pfarrhof die Weihnachtsm\u00e4nner, Herzen und Sterne aus Kuchenteig. Man roch, dass es Weihnacht wurde. Diese B\u00e4ckerei und noch eine Kleinigkeit f\u00fcr die Schule (Heft, Bleistift oder etwas \u00c4hnliches) wurden zu P\u00e4ckchen verpackt und f\u00fcr den Weihnachtsabend vorbereitet.<\/p>\n<p>An Weihnachtsabend wurde der Weihnachtsbaum in der Kirche aufgestellt und mit Christbaumschnuck verziert. Kerzen wurden aufgesteckt, die w\u00e4hrend des Gottesdienstes ihren hellen Schein verstrahlten. Vor diesem Baum sagten nun die Kinder ihre gelernten Gedichte auf und sangen Weihnachtslieder. Auch das Krippenspiel wurde hier aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>War der Gottesdienst zu Ende, so erhielten alle Kinder, gro\u00df und klein, eines von den vorbereiteten P\u00e4ckchen. In unserer Gemeinde war es Brauch, dass kein Kind ohne Weihnachtsgabe das Gotteshaus verlassen durfte. Drau\u00dfen vor der Kirche erwartete bereits die Blaskapelle die Gemeinde mit ihren sch\u00f6nen Weisen. Das klang so wunderbar sch\u00f6n in der dunklen Nacht, da\u00df sich wohl jeder, der dies einmal erleben durfte, immer daran erinnern wird.<\/p>\n<p>Fr\u00fch am ersten Weihnachtsmorgen, im Fr\u00fchgottesdienst, fand das Leuchtersingen statt und ebenfalls am Neujahrsmorgen. In der Kirche wurden die vier Leuchter aufgestellt und zwar einer vor dem Altar und je einer vor den insgesamt drei Eingangst\u00fcren. Jeder Leuchter war umringt von &#8222;seiner&#8220; Jugend. Nun wurde das Lied &#8222;Das ist der Tag, den Gott gemacht&#8220; gesungen und zwar im Wechselgesang, jede Leuchtergruppe einen Teil der Strophe, die letzte Strophe wurde von der ganzen Gemeinde mitgesungen.<\/p>\n<p>Am zweiten Weihnachtsabend wurde auch oft ein Theaterst\u00fcck von der Jugend aufgef\u00fchrt, das unter der Leitung eines Lehrers erlernt worden war. Der an diesen zweiten Weihnachtsabend anschlie\u00dfende Tanz lie\u00df das Weihnachtsfest fr\u00f6hlich ausklingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Silvester Silvester war wohl haupts\u00e4chlich ein Fest der Jugend. Man begann es in der Regel mit Bratwurst und Sauerkraut und mit Tee mit Rum. Um Mitternacht l\u00e4uteten die Kirchenglocken und danach wurde das neue Jahr mit Blasmusik vor der Schule begr\u00fc\u00dft. Neujahr Am Neujahrsmorgen, beim ersten l\u00e4uten zum Hauptgottesdienst, versammelten sich die kirchlichen W\u00fcrdentr\u00e4ger vor [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"templates\/template-fullwidth.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-467","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seiburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/467","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seiburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seiburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seiburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seiburg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=467"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.seiburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/467\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":518,"href":"https:\/\/www.seiburg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/467\/revisions\/518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seiburg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}